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Raub - und Wolfsspinnen tragen ihren Kokon, ... |
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Wir haben nun den recht behutsamen Kokonbau und die Fertigstellung einer zusätzlichen Außenschutzhülle bei der Gartenkreuzspinne kennengelernt. Sie muß sich dabei auch besondere Mühe geben. Denn ihre Nachkommen brauchen ja über ein halbes Jahr um sich zu entwickeln. In dieser Zeit sind sie ohne Schutz der Mutter vor kleinen Freßfeinden und auch extremen Witterungen ausgesetzt. Wie einfach haben es da doch z. B. die Raub - und Wolfsspinnen, die miteinander sehr nahe verwandt sind. Die Entwicklung ihrer Jungen dauert nur wenige Wochen. Deshalb können sich ihre Mütter in der ganzen Zeit um sie kümmern. So treiben sie für den Schutz ihrer Kokon auch nicht so viel Aufwand wie die Gartenkreuzspinne. Dafür schleppen beide Spinnenarten ihren Kokon während der ganzen Entwicklungszeit ihrer Jungen mit sich herum. Bei den einen an den Mundwerkzeugen hängend, bei den anderen an den Spinnwarzen klebend. Trotzdem ist aber die Fürsorge für den kommenden Nachwuchs genau so groß, wie bei der Gartenkreuzspinne. Schauen wir uns die Kokon dieser beiden Arten mal etwas genauer an.
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die Raubspinne vorne, ... ( Pisaura mirabilis) |
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| die Raubspinne besiedelt offene, lichte Bestände mit dichten Pflanzenwuchs, niederes Buschwerk und Wiesen. Sie bauen keine Fangnetze, sondern jagen ihre Beute. Im April / Mai erfolgt die Paarung und schon drei bis vier Wochen später, ist das Weibchen mit dem Kokon unterwegs. Der Bau des Kokons erfolgt auf gleiche Art und Weise, wie bei der Gartenkreuzspinne. Sie zieht zwischen den Halmen nur ein zusätzliches Fadengerüst, auf dem dann die Basalplatte u.s.w. aufgebaut wird. Hat sie die Eier abgelegt und den Kokon geschlossen, löst sie ihn aus dem Fadengerüst und bearbeitet ihn unter ständigen drehen mit den Kieferklauen. Dabei trägt sie die äußere Gespinstschicht auf, die bald eine feste, papierartige Schutzhülle bildet. Dann packt sie den Kokon mit den Giftklauen, aber nur, um ihn während der Entwicklung der Jungen herumzutragen. |
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| Bild 1 - lichte, im Sonnenlicht liegende und dichtstehende Wiesen, sind bevorzugte Biotope der Raubspinne |
Bild 2 - schon im Juni ist das Weibchen mit seinem Kokon unterwegs.Gern hält es sich dabei ruhend im Sonnenlicht auf. Bei kleinster Störung, verschwindet es blitzschnell in der Tiefe der Wiese. Es ist sehr scheu. Der Kokon hat einen Durchmesser von 6 bis 8mm, zu groß um ihn hinten an den Spinnwarzen zu befestigen |
Bild 3 - sie trägt ihn deshalb unter den Vorderkörper und hält ihn mit beiden Giftklauen und Kiefertaster fest. Zur Sicherheit ist der Kokon aber noch durch einen Faden mit den Spinnwarzen verbunden. Schon beim herumtragen schlüpfen die noch nicht fertigen Jungspinnen aus den Eiern und häuten sich mehrmals. Um Beute zu machen und Nahrung aufzunehemen, wird der Kokon vom Weibchen kurzzeitig abgelegt |
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| Bild 4 - etwa vier Wochen trägt das Weibchen den Kokon. Kurz bevor die Jungspinnen schlüpfen, hängt es den Kokon zwischen Grashalmen oder an einem Blatt auf. Dann beginnt es , ein größeres etwas dichtes Fadengespinst um den Kokon zu ziehen. Es soll die Jungspinnen vor kleinen Freßfeinden schützen und sie auch beim weiteren ausschwärmen hindern |
Bild 5 - etwa hundertzwanzig Jungspinnen verlassen nach und nach den Kokon, der danach wie ein Sieb gleichmäßig durchlöchert ist. Eine gute Woche bleiben sie innerhalb des Schutzgespinstes und ernährten sich in dieser Zeit vom Dottervorrat in ihrem Hinterkörper. Die Mutter läßt sich nur von Zeit zu Zeit bei den Jungen kurz sehen, dann verschwindet sie wieder in der Wiese |
Bild 6 - Kannibalismus ist bei den Spinnen weit verbreitet. Auch die Raubspinne kann davon nicht ausgeschlossen werden. Ein Jungspinne ist durch das Schutzgespinst nach außen gelangt und wird von der Mutter sofort als Beute betrachtet. |
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die Wolfsspinne hinten. ( Pardosa lugubris ) |
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auch die Wolfsspinne baut ihren Kokon in den Nachtstunden und arbeitet dabei ebenfalls nur tastend. Der Aufbau ähnlich wie bei der Gartenkreuzspinne, mit Basalplatte und ringförmigen, kleinen Wall. In die so entstandene, napfförmige Mulde, legt sie in zwei Minuten, achzig bis hundert kugelige gelbe Eier, die durch eine klebrige Flüssigkeit zusammengehalten werden, die aber bald erstarrt. Dann überzieht sie den Eiballen mit einer dichten Lage Spinnfäden, die an den vorhandenen Ringwall befestigt werden. Dabei zieht sich der Wall nach innen klein wenig zusammen, so das im weiteren Verlauf der Fertigstellung, die für die Wolfsspinne typische linsenförmige Kokonform entsteht. Eine papierartige, äußere Schutzhülle umschließt dann den fertigen Kokon. Nach gründlicher Kontrolle, heftet das Weibchen ihn dann endgültig an ihren Spinnwarzen fest, um ihn erst nach dem Schlüpfen der Jungen wieder abzustoßen. |
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| Bild 7 - überall, besonders an sonnigen Waldrändern sind die Wolfsspinnen in großer Zahl anzutreffen. Als Jäger, am Boden auf Beute lauernd, denn sie bauen keine Fangnetze, oder ruhend , irgendwo im warmen Sonnenlicht |
Bild 8 - ab der ersten Junihälfte, sind die Weibchen bereits mit ihrem Kokon unterwegs und sitzen dabei gern längere Zeit, an bevorzugten, warmen Stellen. Sie sind für die Entwicklung der Jungen besonders vorteilhaft |
Bild 9 - fünf Wochen hat das Weibchen den Kokon herumgetragen. Die Jungen sind schlüpfreif und melden das auch mit mehr Beweglichkeit.Das Weibchen sucht daraufhin einen geschützten Ort und beginnt, die in der Mitte verlaufernde Randnaht (x) des Kokons, an einer Stelle aufzureißen - Geburtshilfe für die Jungen |
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| Bild 10 - beim verlassen des Kokons wird nicht gedrängelt. Die vorn an der Öffnung liegen ,sind immer die Ersten die ihn verlassen. Man läßt sich dabei nicht etwa aus den Kokon fallen, sondern versucht über ihn, nach oben, auf das Hinterteil der Mutter zu kommen |
Bild 11 - lieber versuchen die Jungen aber, an den behaarten Beinen der Mutter ihren Rücken zu erreichen, das geht wesentlich leichter. Deshalb legt das Weibchen seine Beine auch sehr nahe am Kokon an. Wir sehen gerade ein Junges am vorletzten Hinterbein nach oben klettern (x) |
Bild 12 - vierzig Jungen sind schließlich auf Mutters Rücken versammelt. Meistens sind es aber doppelt so viel. Sie sitzen dann in mehreren Lagen übereinander. Ist das letzte Junge geschlüpft, prüft das Weibchen nach einiger Zeit den Kokon und stößt ihn dann ab. Über eine Woche läßt sich die kleine Gesellschaft herumtragen. Dann ist der Dottervorrat der Jungen aufgebraucht. Sie verlassen die Mutter, um nun selbst auf Beutejagd zu gehen. |
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[Wissenswertes] |
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Letzte Änderung am 11.04.2006 |
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