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Die Eichengallwespe und ihre Galle

(Cynips quercusfolii)

Inhalt
a.) Hinweis auf Anwesenheit der Eichengallwespe

b.) Entstehung der Galle

c.) Entwicklung der Larve

d.) Die Wespe schlüpft

e.) Vor dem Abflug

f.) Fortpflanzung

g.) Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae)

a.) Hinweis auf Anwesenheit der Eichengallwespe
[Inhalt]
Wenn im November die Eichen den größten Teil ihres Laubes abgeworfen haben, finden sich an ihren, am Boden liegenden Blättern oft kleine, apfelähnliche Gebilde. Viele davon hängen noch an den Blättern, andere haben sich von ihnen gelöst. Diese Gebilde sind die Gallen unserer Gemeinen Eichengallwespe (Cynips quercusfolii).Doch sie ist nicht die einzige, die die Eiche als Wirtspflanze gewählt hat. Die meisten der Gallwespenarten, die in Mitteleuropa leben, legen ihre Gallen ebenfalls auf Eichen an. Doch ihre Gallen, sehen auch ganz verschieden aus. Die auffallendste Galle aber, ist die unserer Eichengallwespe.
die teils recht farbigen Gallen der Eichengallwespe, hängen an der Unterseite der Blätter. Meist einzeln, oft aber auch mehrere auf einem Blatt. Sie können einen Durchmesser von ca. 2cm haben
b.) Entstehung der Galle
[Inhalt]
Im Sommer, nach der Paarung der Eichengallwespen, legen die Weibchen ihre befruchteten Eier auf der Unterseite der Eichenblätter ab. Über ihren Legebohrer, schieben sie das Ei in das Gewebe des Blattes. Es wird dabei immer nur ein Ei abgelegt. Nach der Eiablage bildet sich um das Ei, langsam die Galle. Verantwortlich dafür sind bestimmte Absonderungen vom sich entwickelnten Ei und auch der späteren Larve. Ursprünglich war man davon ausgegangen, das dafür ein Sekret zuständig ist, das zusammen mit dem Ei vom Weibchen abgegeben wird. Diese Annahme ist aber widerlegt. Stirbt die Larve, wächst auch die Galle nicht mehr weiter.
das Weibchen ist keine 3mm groß. Bei der Eiablage hängt es kopfunter an der Unterseite des Blattes.Das Ei wird nur in die Mittelrippe oder in eine der vielen Nebenrippen, durch den langen, dünnen Legebohrer, abgesetzt
hier wurde das Ei in eine Nebenrippe gelegt, an der die Galle nun auch festhängt
c.) Entwicklung der Larve
[Inhalt]
Durch den Einstich in die Blattrippe, lösen sich um das abgelegte Ei, Gewebezellen auf. Dadurch entsteht langsam ein kleiner Hohlraum, die spätere Larvenkammer. Die innere Wand der Kammer reichert sich mit einem Nährgewebe an, aus dem die Larve später ihre Nahrung bezieht.Es enthält besonders Eiweiß und Öltropfen. Die Larve ist blind und fußlos. Mehrfach häutet sie sich, wobei sie die alte Haut frißt. Das Nahrungsgewebe wird abgebissen und aufgesaugt. Im Herbst verpuppt sich die Larve in der Kammer. Ein Kokon wird nicht angefertigt.
der Querschnitt durch die Galle, zeigt die Kammer mit Larve. Die Kammer ist mit einem mehr oder weniger harten, schwammigen Gewebe umgeben. Es gibt der Galle eine gewisse Stabilität. Die feste Außenschicht, die Epidermis, umschließt die Galle. So bietet sie auch Schutz vor kleinen Freßfeinden und extremen Witterungen. Die übrigen Vertiefungen sind beim öffnen der Galle entstanden
d.) Die Wespe schlüpft
[Inhalt]
Zwischen Dezember und Januar, ist die Entwicklung der Eichengallwespe abgeschlossen. Sie beginnt, nach kurzer Ruhephase, sich von der Kammer, durch das schwammige Gewebe, zur Außenschicht hin, einen Weg zu bahnen.
mit kräftigen Kauwerkzeugen (Mandibeln) ausgerüstet, ist sie in der Lage,auch größere Gewebeteilchen abzureißen. Sie werden seitlich abgelegt oder einfach fallen gelassen.Von der Kammer zur Außenschicht (ca. 1cm), braucht sie ganze zwei Tage
ein kleiner dunkler Fleck auf der Außenseite der Galle zeigt an, das die Wespe nun innen, an der transparenten Epidermis angekommen ist.Bevor sie ihre Arbeit fortsetzt, ruht sie einige Zeit, denn die Außenschicht ist besonders fest
sie reißt nicht irgendeine Öffnung in die Außenhaut, sondern versucht das Ausgangsloch fast gleichmäßig rund zu öffnen. Dazu muß sie natürlich auch etwas ihre Lage verändern
ist die Außenhaut aber erstmal ein kleinwenig geöffnet,geht es dann recht schnell. Keine halbe Stunde und die Öffnung von 2 bis 3mm ist passierbar
doch erst, wenn das Ausgangsloch ganz frei ist, zieht sich die Wespe, mit den Beinen abstützend, nach außen
e.) Vor dem Abflug
[Inhalt]
Zwischen Dezember und Februar, also in der kältesten Jahreszeit, verläßt die Wespe ihre Galle.Es beginnt ihr, nur wenige Wochen dauerndes Außenleben. In dieser Zeit nimmt sie, bis auf gelegentliche Wassertropfen, keine Nahrung auf. Für ihre kurze Lebenszeit, genügt auch wohl, die im Larvenstadium aufgenommene und gespeicherte kleine Nahrungsreserve. Ihre Aufgabe ist nun allein die Eiablage, die auch auf Eichen erfolgt. Sie braucht dazu in der Regel auch nicht so weite Flugstrecken zurückzulegen. Bevor sie von ihrer Galle abfliegt, muß sie ihre Flügel aber erst flugfähig machen.
die durchsichtig, glasartigen Flügel, sind vom schlüpfen aus Puppe und Galle, teilweise noch recht geknickt
durch mehrmaliges bewegen der Flügel in verschiedene Richtungen, werden sie gespannt. Häufig versucht sie auch, den Teil eines Flügels mit einem Bein zu glätten, wie hier, mit dem linken Hinterbein den linken, kleineren Unterflügel
bereit zum Abflug
doch zuvor verharrt sie oft noch kurze Zeit in Ruhestellung. Dabei legt sie beide Flügelpaare flach auf dem Abdomen (Unterleib) auf.
f.) Fortpflanzung
[Inhalt]
Aus den Eichengallen schlüpfen nur Weibchen, es sind keine Männchen vorhanden. Eine Paarung findet nicht statt, die Eier dieser Weibchen bleiben also unbefruchtet. Und doch entwickeln sich daraus geschlechtsreife Männchen und Weibchen. Man bezeichnet die Entwicklung aus unbefruchteten Eiern eine Jungfernzeugung (Parthenogenese).Das Weibchen sucht nun an den Zweigen der Eichen nach Knospen, die an ungewöhnlichen Stellen wachsen (Adventivknospen). Hier legt sie jeweils eins ihrer unbefruchteten Eier ab. Im Frühjahr zeigen sich dann die daraus entwickelten Knospengallen.Die sind sehr klein, keine 3mm groß und mit bräunlich, feinen Härchen bedeckt. Daraus schlüpfen nun Männchen und Weibchen.Nach ihrer Paarung im Sommer legen diese Weibchen ihre befruchteten Eier dann auf den Eichblättern ab, um die sich im weiteren Jahreslauf dann die markanten Galläpfel entwickeln. Der Entwicklungszyklus der Eichengallwespe ist damit geschlossen. Die Eichengallwespe tritt also im Jahr in zwei Generationen auf. Die erste nur mit Weibchen, die zweite mit geschlechtsreifen Männchen und Weibchen.
g.) Gemeine Rosengallwespe (Diplolepis rosae)
[Inhalt]
Diese Gallwespenart sei hier noch kurz angefügt, da sie auch häufig ist und eine ebenfalls sehr auffällige, aber andere Gallenform bildet.
der Gallapfel, auch Schlafapfel genannt, findet sich an Knospen bezw. Trieben der Hundsrose. Moosähnlich, mehrfarbig, lange Auswüchse, umhüllen den eigentlichen Gallapfel
es entwickeln sich immer mehrere Larven in einem Gallapfel. Hier sind es fünf Kammern mit Larven. Das Gewebe um die Kammern ist sehr hart, es läßt sich nur schwer öffnen
[Wissenswertes]
Letzte Änderung am 19.03.2006