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Baujagd - Qual und Leiden der Tiere
"Ein Baujagdtag kann sein als wenn die Seele ihre Flügel ausspannt", schreibt ein Baujäger im Schlußwort zu seinem Bericht "Die Jagd unter der Erde". Mag sein das ein solch "glücklicher und faszinierender" Jagdtag ihn in Hochstimmung versetzt. Dafür aber erleiden, unsichtbar im Erdbau Dachs, Fuchs und auch die Hunde, häufig unendliches Leid, oft bis zum qualvollen Tod. Was sich da unten tatsächlich abspielt, zeigt sich erst an der misshandelten "Beute" wenn sie ans Tageslicht befördert wird und an den Hunden, die nach ihrer "Arbeit" wieder den Bau verlassen. Machen wir uns doch mal selbst mit dieser Jagdart ein wenig vertraut. Keine Fantasiegeschichten, sondern nur veröffentlichte, ältere und aktuelle Jagdberichte, sowie Erfahrungsaustausch von Baujägern, liegen den nachfolgenden Ausführungen zu Grunde. Und nicht zuletzt die eigenen, aber friedlichen praktischen Erkenntnisse, die nach vielen Jahren gemeinsamer Arbeit mit dem Dachs gesammelt werden konnten. Die Fotos in einigen dieser Aufzeichnungen, können hier leider nicht gezeigt werden, da sie dem Urheberrecht unterliegen. Seitens der Autoren wäre man an einer Veröffentlichung in diesem Rahmen, aus gutem Grund sicher auch nicht interessiert. Um aber einen kleinen Eindruck von der "Untertagearbeit" zu bekommen, sind eigene Bilder entsprechend bearbeitet. Einige Veröffentlichungen zur Baujagd in Literatur sowie im Internet, sind im Anhang aufgeführt.
Bei der Bau - oder Bodenjagd, in Naturbauen, wird versucht besonders Dachs und Fuchs aus ihren Erdhöhlen ins Freie zu jagen. Sobald sie den Bau verlassen werden sie von den Baujägern erlegt. Das heraustreiben erfolgt durch speziell ausgebildete, kleinere Hunderassen. Es sind meistens Teckel, Jack Russel Terrier oder Deutscher Jagdterrier. Einzeln, oder wenn der Bau sehr viele Einfahrten besitzt, werden oft auch mehrere gleichzeitig hineingeschickt. Es ist eine Freude für die Jäger, ihre Hunde mit solchen Elan in die Erdröhren einfahren zu sehen. Die Hunde sind dafür ja auch vorbereitet, erfahren in der Arbeit und sie wissen was auf sie zukommt. Dachs und Fuchs aber wissen es nicht, sie ahnen nur eine Gefahr. Der Fuchs ist kein echter Höhlenbewohner, er verläßt bald fluchtartig den Bau. Nur wenn auch draußen Gefahr droht, die Erdröhre versperrt, oder die Fähe Junge hat, kommt es im Bau oft zu längeren, blutigen Kämpfen zwischen Hund und Fuchs, auf beiden Seiten mit erheblichen Verletzungen. Um ihre Jungen zu schützen, setzt sich die Fähe aber erbittert zur Wehr, oft bis zum tödlichen Ende. Die Jungen werden von den scharfen Hunden dann abgewürgt oder werden ihnen später lebend zu Ausbildung vorgeworfen. Anders verhält sich der Dachs. Der Bau ist sein Heim erster Ordnung. Eindringlingen gegenüber entzieht er sich erst einmal durch Flucht oder eingraben (verklüften) innerhalb seines weitverzweigten Röhrensystems. Doch im weiteren Verlauf setzt er sich auch sehr heftig zur Wehr. Nur selten wird er unter dem Druck der Hunde, seinen Bau bei Tageslicht verlassen. Daß die Baujagd auf den Dachs, im Gegensatz zum Fuchs heutzutage nur noch selten durchgeführt wird, entspricht nicht der Realität. Eine Vielzahl aktueller Jagdberichte, sowie Erfahrungsaustausch zwischen Baujägern zeigen daß auch der Dachs heute noch in der Baujagd eine große Rolle spielt, man muß nur den passenden Hund dazu haben. Am Beispiel Hund gegen Dachs wird das Zusammentreffen innerhalb des Baues im Folgendem nun etwas genauer beleuchtet. (Bild: Fotomontage)
Der Hund, hier ein Jack Russel Terrier, ist in den Bau eingefahren und hat den Dachs nach einiger Zeit des Verfolgens in einem seiner Kessel oder im Ende einer Röhre gestellt, der Hund liegt vor. Ohne sich dem Dachs zu nähern, verbellt er ihn, er gibt Standlaut. Damit weiß oben der Baujäger, wo sich die beiden unten in etwa aufhalten. An dieser Stelle macht er einen mehrere m2 großen Einschlag. Die Erde wird ausgehoben, um an den Standort von Dachs und Hund zu kommen. Das graben kann Stunden dauern, da sie sich oft mehrere Meter tief befinden. Auch wird das Bellen häufig nicht genau lokalisiert oder die beiden haben den Ort gewechselt, dann muß neu gegraben werden. Um den Standort schnell und sicher zu bestimmen und so den Hund vor möglichen Verletzungen durch den Dachs besser zu schützen, werden heute schon Sender, sogenannte Bauhundfinder eingesetzt, die der Hund am Halsband trägt. Während der Grabarbeiten gibt der Hund von Zeit zu Zeit laut, um Grimbart in Schach zu halten und ihn an den Ort des Aufspürens zu binden. Durch die teils umfangreichen Grabarbeiten, werden häufig große, alte Mutterbaue (Dachsburgen), in denen viele Dachsgenerationen heranwuchsen, aber völlig zerstört. (Bild: Fotomontage)
Der gestellte Dachs wird jedoch bald versuchen, sich durch Flucht dem Hund zu entziehen und in eine andere Erdröhre seines Baues abzusetzen. Ist das nicht möglich, Verklüftet er, d. h. er beginnt sich in eine naheliegende andere Erdröhre seines Baues durchzugraben. Das aber soll der Hund verhindern, bis der Baujäger diese Stelle freigegraben hat. Deshalb werden die Bauhunde in Schärfe ganz besonders abgerichtet und es kommen zur Baujagd auf den Dachs auch nur Hunde zum Einsatz, die bereits gewisse Erfahrungen in Dachskämpfen schon sammeln konnten. Der auf Schärfe abgerichtete Hund attackiert nun den grabenden Dachs durch ständiges kurzes zufassen am Pürzel oder dessen Hinterteil. So kommt der Dachs nicht dazu den Fluchtweg schnell weiterzugraben, denn er muß ständig den Hund abwehren. Nach den kurzen Attacken zieht sich der Hund immer wieder zurück, um den Angriff des Dachses auszuweichen. Er hat ja nur die Aufgabe den Dachs am Fortkommen zu hindern, ihn an dieser Stelle "festzuhalten". Hat der Baujäger den Platz freigelegt, wird erst der Hund heraus genommen, bevor man sich dem Dachs zuwendet. Aus der Röhre in der er steckt, muß oft erst noch die von ihm ausgegrabene, lockere Erde herausgeschaufelt werden. Ist die Röhre offen, versucht der Dachs sie in Richtung Einschlag zu verlassen, um dort schnell nach oben ins Freie zu klettern. Das aber verhindert in den meisten Fällen der Baujäger durch eine Revolverkugel, die der Dachs zwischen seine Seher bekommt. (Bild :Fotomontage)
Die Hunde werden heute wohl nicht mehr auf "Überschärfe" abgerichtet, doch reicht sie noch immer aus, das es nicht nur bei diesen unblutig, kurzen Attacken bleibt. Denn der scharfe Hund, so eine Forderung, sollte mit seinem Fang unbedingt auch die Nähe des Dachses neben Kopf und Hals suchen. Auch der Dachs verliert irgendwann die Geduld und es kommt von beiden Seiten, zu erbittert schmerzhaft geführten Angriffen. Der Hund greift an, der Dachs verteidigt sich. Beide verbeißen sich besonders seitlich im Kopf - und Halsbereich. Erfahrene Bauhunde packen hinter dem Kopf des Dachses schnell und fest zu. Hält er fest, ist der Dachs wehrlos. Oft drückt der Hund aber dabei so kräftig auf das Gehirn des Dachses, das dieser seine Sinne verliert und sich ohne Widerstand von dem Hund durch die Erdröhre ziehen läßt. Auch wenn der Hund den Dachs seitlich am Kopf oder an einem Gehör zu fassen bekommt, ist sein Widerstand gebrochen. Doch nur für kurze Zeit. Dann versucht der Dachs selbst sein kräftiges Gebiß einzusetzen. Wer mag bei solchen Worten an einer gezielten Ausbildung der Hunde zum Dachskampf noch zweifeln? Die Kämpfe enden gelegentlich auch mit dem Tod von Hund und Dachs, wenn das graben, um an die kämpfenden zu kommen, sehr lange dauert. Noch fest ineinander verbissen , so fand man sie. Ein untrüglicher Beweis, wie erbittert die Auseinandersetzungen geführt werden. Es besteht überhaupt kein Unterschied zwischen diesen Baukämpfen und den, um die Jahrhundertwende in England noch stattfindenden Wettkämpfen zwischen Dachsen und speziell dafür ausgebildeten Hunden. Diese Kämpfe sind längst verboten. Die Baujagd aber, mit ihren unsichtbar endenden Tragödien, hat noch immer ihre begeisterten Anhänger unter angeblich "weidgerechten" Jägern. ( Bild :Fotomontage )
Dachse setzen beim kämpfen nur ihr überaus starkes Gebiß ein, die kräftigen, langen Grabkrallen spielen dabei keine Rolle. Zugepackt wird vor allem seitlich am Kopf und Hals, sowie der Brust. Nach dem zufassen aber, halten sie noch fest. Dadurch überschlagen sie sich im weiteren Kampfverlauf mehrfach oder bewegen sich im abschüssigen Gelände wie eine Kugel. Ganz selten kommt es dabei zu tödlichen Verletzungen. Aber die Wunden sind schon beträchtlich. Die Bilder aus einem Film, zeigen einen Revierkampf zwischen Rüden, nachts in freier Wildbahn. Im linken Bild rechts, ist der "Revierinhaber" einen Wilddachs. Bei ihm zeigt sich unten am Hals bereits eine recht große Bißwunde. Der andere Rüde ist handaufgezogen, ausgewildert und lebt jetzt völlig frei, draußen in einem eigenen Bau. Ähnlich wird der Dachs sich auch gegenüber den Bauhunden verteidigen. Nur die Enge der Erdröhren verhindert solche turbulenten "Bewegungskämpfe". Die Ansicht, das Dachse den einfahrenden Hunden im Bau gegenüber nicht aggressiv werden, entspricht nicht den Tatsachen. Die ständigen Angriffe der scharfen Bauhunde, werden über kurz oder lang meist auch von Dachs entsprechend beantwortet. Verständlich auch, ist es doch sein Bau, indem sich der größte Teil seines Lebens vollzieht und in dem er auch Geborgenheit und Ruhe zu finden hofft. Doch wird sie, durch die Hunde jetzt ganz massiv bedroht.
Die Kämpfe zwischen Hund und Dachs sind mit lautem Gepolter, sowie ihren Droh - und Schmerzlauten begleitet. Der überaus heftige Kampflärm ist noch Übertage gut vernehmbar. An diesem hörbaren, ständigen Ort des Geschehens, macht der Baujäger nun seinen Einschlag. Das Graben ist mühsam und kostet Zeit. So bleibt es nicht aus, das diese mörderischen, verzweifelten Kämpfe häufig über Stunden anhalten, bevor der Baujäger den Platz freigegraben hat. Erst dann kommt Hilfe für Hund und den geplagten Dachs. Der Hund wird von seiner Arbeit entbunden und der Dachs bekommt vielleicht die erlösende Kugel. Selten wird der Dachs selbst von einem besonders scharfen Hund abgewürgt, dafür ist er viel zu kräftig und wehrhaft. Doch die zunehmend ernstlichen Verletzungen hinterlassen auch bei ihm Spuren. Dazu kommt, das die Hunde bei langen Kämpfen, häufig ausgewechselt werden. Der noch frische Hund, ist dem bereits geschwächten Dachs natürlich im Vorteil und kann seine Kampfbisse gezielter an den erlernten Schwachstellen des Dachses ansetzen. Ein sicherer Griff den Dachs zu halten, ist ihn an der Kehle zu packen - so hat es der Hund gelernt. Der Kampflärm ist vorbei, der Widerstand des Dachses gebrochen, aber er lebt noch. Doch die Arbeit des Hundes ist damit noch nicht beendet. Fest hält er den jetzt wehrlosen Dachs an der Kehle und zieht ihn rückwärtsgehend durch die Erdröhre nach außen. Dort hilft der Jäger, packt den Hund an den Hinterbeinen und zieht beide heraus. Wie betäubt läßt der Dachs den Kopf hängen und wird erlegt. Bös auch die Verletzungen an Nase, Lefzen und beiden Unterkiefern des Hundes. An den blutigen Spuren der Dachse, ist erkennbar, was sich während der Baujagd in den Erdröhren, über längere Zeit häufig abspielt (siehe auch unter 8, Jagdfotos). Auch den Hunden bleiben erhebliche Verletzungen bei solchen Kämpfen nicht erspart. (Bilder: Fotomontage)
Dachszangen, ein Werkzeug aus fingerstarken Rundeisen. Man setzte sie in früheren Zeiten ein, um den in der Erdröhre festsitzenden Dachs oder Fuchs lebend am Hals herauszuziehen. Man konnte ihn damit auch gefahrlos auf Distance halten. Diese gefangenen Beutegreifer wurden häufig zum Ausbilden der Bauhunde gehalten. Auch heute gibt es immer wieder Hinweise das gefangene Dachse und Füchse zur Vorbereitung der Hunde auf die Baujagd, herhalten müssen. Die Dachszange, ein regelrechtes Folterwerkzeug das noch anderweitig eingesetzt wurde. Der mit der Zange erfaßte, lebende aber wehrlose Dachs wurde so den Hunden vorgehalten, um dabei ihr Angriffsverhalten für spätere Kämpfe zu verbessern. Der Dachs versucht sich dabei natürlich, wie rasend aus dieser Zwangslage zu befreien. Während der Baujagd auf ihn, ist auch der sonst recht rustikale Dachs enormen Streß unterworfen. Der Hund hatte den Dachs, der noch lebte, fest im Genick gepackt und zog ihn rückwärts aus der Röhre in den Einschlag. Gerade wollte man den Dachs mit der Zange packen, da er lebend gebraucht wurde, fing er heftig an zu zappeln und war auf der Stelle tot. Selbst das schnelle, sichere weidmännische erlegen des gefangenen Dachses wurde sehr häufig verwehrt. Dem Dachs, der jeden Widerstand aufgegeben hatte, wurde die Zange über den Hals geschoben und mit ihr aus der Erdröhre gezogen. Der Hund hing noch fest am Dachs, als man diesen hochhielt, um ihn in der üblichen Weise, mit einen festen Stockschlag auf den empfindlichen Nasenrücken zu töten. Nun, diese Beispiele sind z.T. älterer Literatur entnommen und der Einsatz von Dachszangen und anderen Fanggeräten heute verboten. Nachzulesen auch im Jagdmagazin "Wild und Hund", Heft 15 v. 6.Aug. 2004, unter "Mit Zange, Netz und scharfen Hunden". Doch welch böse Überraschung ! In einem der zuständig, aktuellen Foren im Internet, sind Dachszangen wieder im Gespräch. Es gibt Anfragen und Angebote und auch Tipps zur Handhabung. Als Ersatz dazu wird auch eine sogenannte Hundefängerschlinge genannt, mit der man auch lebende Bautiere am Lauf herausziehen und dann abfangen (erlegen) kann. Man sieht, trotz Verbote auch heute noch der rücksichtslose, rohe Umgang mit dem noch lebenden, wehrlosen Geschöpfen.(Bild: Fotomontage)
Dort wo man den bedrängten und in der Röhre festsitzenden lebenden Dachs am Kopf und Hals nicht beikommt, die Dachszange auch nicht einsetzbar ist, hilft man sich mit einer einfachen aber gleichwohl ebenfalls brutalen Methode ihn aus der Erdröhre zu ziehen. Vom Einschlag aus sah man den Dachs in der Röhre, aber nur von hinten, denn er war emsig am Graben. Schießen war nicht möglich, also mußte selbst Hand angelegt werden um ihn zu bekommen. Also hinein in die enge Röhre und beide Hinterläufe an einen kräftigen Strick festgebunden. Nicht einfach da die Beine ständig in Bewegung waren. Nur langsam ging es dann rückwärts, da er versuchte sich mit den Vorderkrallen gegen das gewaltsame herausziehen, im Erdreich festzuhalten. Endlich ist er draußen und kann mit einen Schuß hinter die Gehöre erlegt werden. Manchmal ist vom Dachs, der sich in der Röhre gerade verklüften will, nur noch ein Hinterbein zu sehen. Aber das geht auch. Der Strick wird um das Kniegelenk gelegt und der Dachs eben nur an einem Bein gezogen. In seiner Bewegungsfreiheit nicht so eingeengt, wie im vorhergehenden Fall, versuchte der Dachs, sich schnell drehend, die Röhre fluchtartig zu verlassen. Zu schnell für den Baujäger um ihn "sauber" zu erlegen, denn sein Schuß ging nur durch Wirbelsäule und Lunge, Hauptsache aber, er ist tot.
Derzeit wird unter den Baujägern ein weiteres Gerät zum herausziehen der Beute diskutiert. Es ist ein sogenannter Andrehstab, über einen Meter lang und aus Eisen. An seiner Spitze sind vier kleine Vierkanteisen angeschweißt. Sie schiebt man in den Balg des erlegten Dachses oder Fuchses und dreht langsam den Stab. Dabei wickelt sich ein Büschel Haare fest um die Stabspitze und die Beute läßt sich vorsichtig aus der Röhre ziehen. Abgesehen vom vorausgegangen Jagdgeschehen bis die Beute "erlegt" war, ist diese Situation nicht zu beanstanden. Doch das genügt den Baujägern wohl noch nicht. Man möchte sie auf diese Art auch lebend herausziehen können wie der Erfahrungsaustausch zwischen ihnen belegt. Es wird gefragt, ob man diesen Stab auch bei lebenden Raubwild verwenden kann?. Natürlich, außer bei erlegten Raubwild, läßt er sich auch am lebenden Dachs und Fuchs verwenden, die sich in der Röhre nur von hinten zeigen. Stab in den Balg schieben, drehen, das Raubwild dreht sich dann einfach mit. Geht gut, ein tolles Gerät ! Was mögen diese, vielleicht schon über Stunden gejagten, bekämpften aber immer noch lebenden Dachsen, bei dem gewaltsamen herausziehen empfunden haben? Selbst die schon geplagte Kreatur findet bei manchen Baujäger auch dann noch kein Erbarmen. "Weidgerechte Jagd" heißt auch, dem Wild sind keine vermeidbaren Schmerzen zuzufügen. Von dieser Forderung ist ein Teil der Baujäger weit entfernt. Für sie hat "Raubwild" keinen Anspruch darauf. (Bild: Fotomontage)
Vermeidbare Schmerzen, vermeidbares Leid, das gilt gleichermaßen auch für die Bauhunde. Doch die nimmt man, wenn auch in Grenzen, in Kauf. Denn ohne Hunde gibt es keine "Faszination Baujagd". Die Hunde werden einer strengen Auslese unterzogen, ob sie sich für die spätere Bauarbeit gut eignen. Schon im Welpenalter läßt sich erkennen, ob eine gewisse Schärfe beim Hund vorhanden ist. Allein diese Eigenschaft ist für den späteren Jagdeinsatz wichtig. Nach ihr werden auch die meisten Jagdhunde ausgesucht. Die Schärfe des ausgebildeten Jagdhundes zeigt sich in seiner Entschlossenheit das Wild zu verfolgen, es zu fassen und wo gewünscht zielstrebig abzuwürgen. Das Ausbilden der Hunde am gefangenen Dachs und Fuchs, wird auch "eindrucksvoll" durch Fotos dokumentiert, ( siehe auch unter 10). Zu der bereits vorhandenen Leidenschaft der Hunde in der Erde zu arbeiten, wird ihnen noch das Feindbild Dachs und Fuchs schon im Welpenalter eingeimpft. Auf kleinsten Raum werden sie auch mit lebenden Jungfüchsen zusammengesteckt, um z.B. das abwürgen gefahrlos zu erlernen. Man kann sich leicht vorstellen, wie lange dabei die "Versuchstiere" gequält werden bis sie vom Züchter oder Baujäger nach längerer Zeit des beobachtens, vielleicht erlöst werden. Die solchen Brutalitäten ausgesetzten Tiere, müssen aber auch oft bis zum bitteren Ende durchhalten, damit auch der "endgültige" Erfolg der Hunde noch begutachtet werden kann. Nicht selten wird ein flüchtender Dachs oder Fuchs vom Jäger (absichtlich?) nur leicht verletzt. So läßt sich unter "natürlichen Bedingungen" das Kampfverhalten der Kontrahenten bis zum abwürgen des "Raubwildes" gut beobachten und auch zu dokumentieren. Welche Beziehung haben manche Baujäger überhaupt zu unseren Mitgeschöpfen? Vielleicht zu ihren Hunden. Warum aber unterwerfen sie ihre kleinen vierbeinigen Freunde dann solch grausamen Torturen die häufig zu schweren Verletzungen und gar zu oft auch zum Tode führen? Es ist Geltungssucht und Jagdfreude der Jäger, die die passionierten Hunde aber häufig schmerzhaft bezahlen müssen. Schwere Verletzungen gibt es besonders bei Kämpfen mit dem Dachs. Da war ein selbst scharfer Terrier, den der Dachs im Kehlbereich ein größeres Loch gerissen hatte, so das die Luftröhre zu sehen war.Von einem anderen Hund wurde fast ein ganzes Ohr abgebissen, der Unterkiefer auf einer Seite aufgerissen, das andere Kieferbein zerbrochen und in der offenen Wunde hingen zwei lose Zähne. Auch einen Terrier, der die gewünschte Schärfe zum Dachs hatte, wurde von ihm seitlich der Bauch regelrecht aufgeschlitzt, so das ein Teil der Gedärme heraushing. Unendlich ihre Zahl und auch nicht klein derer, die ihre Tapferkeit mit dem Leben bezahlen müssen. Doch nicht nur der Kampf mit Dachs und Fuchs fordert seine Opfer. Auch viele Hunde werden während der Baujagd aus Versehen erschossen. (Bilder: Die Verletzungen an dem Rauhhaardackel sind Fotomontagen, in Anlehnung an die Originalfotos, besonders tiefe Wunde hinter dem rechten Gehör).
Nicht jeder Tod eines Bauhundes während der Arbeit, ist auf die schweren Verletzungen zurückzuführen, die sie sich bei Kämpfen mit Dachs oder Fuchs zugezogen haben. Es sind unblutige, aber trotzdem grausame Qualen, die die tapferen kleinen Vierbeiner in ihrem Todeskampf erleiden müssen. Die ganze Energie des scharfen Hundes ist danach ausgerichtet, auch den sich eingrabenden (verklüftenden) Dachs zu folgen. Bei der Verfolgung des Dachses der sich eine neue Fluchtröhre gräbt, wird der Hund von der nach hinten geschleuderten losen Erde, regelrecht zugeschüttet. Der Dachs arbeitet dabei ohnehin schon sehr schnell, schneller noch auf der Flucht. Mit den langen Grabkrallen der Vorderläufe lockert er die Erde und schleudert sie weit nach hinten. Hat sich unter ihm ein größeres Erdhäufchen gebildet, nimmt er auch die Hinterläufe zu Hilfe. Der Hund versucht nun seinerseits, die sich vor ihm auftürmende Erde auch nach hinten wegzukratzen aber bedeutend weniger effektiv als der Dachs. So wird im weiteren Verlauf der Röhrenabschnitt immer mehr mit loser Erde gefüllt. Bald ist auf beiden Seiten des Hundes die Erdröhre geschlossen und auch enger geworden. Er sitzt fest in einem geschlossenen kleinen Erdloch. Geschwächt von den Erdarbeiten und der immer dünner werdenden Luft in dem verbliebenen kleinen Hohlraum, werden auch die klagenden Laute des Hundes immer leiser. So ist es schwer, von oben die Lage des festsitzenden Hundes genau bestimmen zu können, um dort schnell nach ihm zu graben. Nur das bringt seine Rettung, oft aber vergebens. Der Dachs scheint bei der dünner werdenden Atemluft keine Probleme zu haben. Ohnehin sitzt er auch nicht so lange in einen geschlossenen Hohlraum wie der Hund, denn er gräbt sich recht schnell in eine offene, in der Nähe liegende Erdröhre durch. Die enger werdenden Röhren, werden oft für stärker gebaute Hunde zu Todesfallen, da sie wie festgeklemmt drin stecken. Stärkere Hunde aber braucht man, um gegenüber dem Dachs bestehen zu können. Lange Zeit hatte man versucht, den genauen Ort zu ermitteln wo der Hund unten im Bau feststeckte. Sein klagendes Bellen wurde immer leiser und war bald nicht mehr zu hören. Als man den vermuteten Ort endlich aufgegraben hatte, fand man den Hund, schon kalt und steif. Die zugeschüttete und nun enge Röhre war ihm zum Verhängnis geworden, weder vor - noch rückwärts hatte er sich bewegen können. ( Bild: Fotomontage)
Schlußfolgerung
Fassen wir nun all das Gesagte zusammen und es ist nur ein Bruchteil von dem Leid der unendlich vielen Tiere, die an der Baujagd beteiligt sind, dann bleibt von den ungeschriebenen Gesetzen der Jagdethik, der sich auch die Baujäger unterzuordnen haben, nicht mehr viel übrig. Aus diesen Gesetzen, die viele Jagdverbände in ihren Satzungen ganz oben angeordnet haben, zwei Punkte die besonders auch für die Baujagd gelten:
Die Achtung vor der Kreatur ist höchstes Gebot, ihr ordnet sich alles handeln unter
Vermeide unnötiges leiden der Tiere
Im Hessischen Jagdgesetz z.B. , ist es sogar gesetzlich verankert. Dort heißt es unter §1, Pkt. 3 u.a. : "Das Wild ist artgerecht zu hegen und weidgerecht zu bejagen; die Jagd ist so auszuüben, dass dem Wild keine vermeidbaren Schmerzen oder Leiden zugefügt werden". Oder gilt das etwa nicht für "Raubwild"?
Es ist alles vermeidbar, was an Qual und Leid während der Baujagd unter der Erde die vierbeinigen Jäger und Gejagten sich gegenseitig zufügen. Vom Ansitz lassen sich die Beutegreifer, wenn nötig leichter und vor allem weidgerecht erlegen, wobei der Abschuß von Dachsen äußerst fragwürdig ist. Doch scheint das noch nicht die Erfüllung der Baujäger zu sein. Wie könnte man sonst den Hinweis eines der Ihren verstehen, für den die Jagd auf den Dachs vom Ansitz viel zu anspruchslos ist um dabei Spaß zu haben. Also, Spaß muß die Jagd machen und den findet man eben bei der Baujagd. Doch hier geht es im wesentlichen um den Leistungsnachweis ihrer Hunde. Sie möchten beweisen wie gut sie diese auf die Bauarbeit vorbereitet haben, wie groß ihre Standfestigkeit gegenüber Dachs und Fuchs ist und wie sicher und schnell sie ihre Gegner aus dem Bau jagen oder abwürgen. Als Lohn verteilen dann die Preisrichter Punkte und vielleicht sogar einen Pokal. Man macht sogar noch eine "Trophäenbewertung" wie bei Hirsch und Reh, nur sind es hier die Schädelabmessungen der "erlegten" Dachse und Füchse. Für den größten Schädel gibt es eine Goldmedaille. Um diese Bewertungen aber durchführen zu können, müssen zuvor die Beutegreifer im Dunkel der Kessel und Röhren unerbittlich gejagt und am Ende, oft in erbittert geführten, blutigen Kämpfen, von den Hunden "erledigt" werden. In England wurden bei Kämpfen zwischen Dachsen und Hunden Wetten abgeschlossen. Vielleicht ist so mancher, bei der Baujagd Beteiligter, gar nicht mehr so weit davon entfernt. Spaß, Freude und Spannung hat man allemal. Dachs und Fuchs spielen jagdlich dabei eine untergeordnete Rolle, sie sind einzig und allein nur Mittel zum Baujagdspektakel. Denn das Schöne bestimmt die Jagdleidenschaft der Jäger, nicht das erlegte Wild. Damit Baujäger auch fortan noch Gelegenheit haben mit ihren Hunden Wertungspunkte und Auszeichnungen "erarbeiten" zu können, dürfen Dachs und Fuchs natürlich nicht restlos verschwinden. Darauf wies man schon in früheren Zeiten darauf hin, mit dem Hinweis, das dafür der geringe Verlust an Niederwild in Kauf zu nehmen ist. Das Wissen nun über die Baujagd, kann nur eine Konsequenz haben. Sie ist in der heutigen Zeit nicht mehr zu vertreten. Ein überflüssiger Kropf, ein negatives Anhängsel am großen Jagdverband, für den Jagdethik und Weidgerechtigkeit oberstes Gebot ist. Der Baujagd widmet sich ohnehin nur noch ein verschwindend geringer Teil der Jägerschaft. Sie wird selbst von vielen der übrigen Jäger abgelehnt. Es ist also an der Zeit die Baujagd, auch im Namen anderer bejagter Baubewohner (Kaninchen), als grausam und überholt endlich abzuschaffen. Dann findet hoffentlich auch die teils barbarische Ausbildung der Bauhunde an gefangenen Dachsen und Füchsen ihr endgültiges Ende.
Literatur und Hompages zur Baujagd
1 Claas Janssen, "De Jagd unter der Erde", www.nimrods.de
1.1 Claas Janssen, "Der Baujagdspezialist" , www.nimrods.de
2 Karl Emil Diezel, "Das Dachsgraben"
3 H. Caspaul, "Der Fuchsfang"
4 Claas Janssen, "Alles über die Baujagd" , www.nimrods.de
5 Fritz Engelmann, "Der Dachshund"
6 Rudolf Fries, "Bodenjagd"
7 Herbert Huttel, "Stropp"
8 www.tannenwichtl.at, ( Jagdberichte u. Jagdfotos z.B.1, 6, 13)
9 Hans Lux, Rolf Kröger, "Der Teckel als Erdhund"
10 www.dog-control.de, (Deutscher Jagdterrier-Club, mit Fotos zur Ausbildung)
11 Hugo Siegwart, "Mit dem Dachshund unter der Erde"
12 Friedrich Karl von Eggeling, "Dietzels Niederjagd"
13 H.J. Graf von Schwerin, "Vom rechten Waidwerk".
[Wissenswertes]