Morgenstimmung
Nacht und Nebel im Forst noch walten,
die Bäume verzaubert, wie Märchengestalten,
nur draußen im Felde ein schillerndes Band,
im Mondlicht das Bächlein zieht murmelnd durchs Land
Weit über den Wipfeln, unzählbar die Sterne
ein funkeln und glitzern, unendliche Ferne,
im schwebenden Flug geräuschlos ein Schatten,
die Eule sie jagt über weiten Matten
Ein rascheln im Laube, ein brechender Ast
das Leben im Walde es ist ohne Hast
nur irgendwo ein klagender Schrei,
die Nacht deckt ihn zu dann ist er vorbei
Doch fern hinter Wäldern und Höhen ganz sacht
dort wird es heller, der Tag nun erwacht,
und wie zur Begrüßung, weit oben vom Hang
schallt´s über den Wald - erster Drosselgesang
Ein frühes Leuchten die Dämmerung bricht
verzauberter Himmel im Morgenlicht,
der rote Ball dort taucht er jetzt auf
der Tag hat begonnen er nimmt seinen Lauf
Berauschende Schönheit, Zeit zum verweilen,
wenn Sonnenstrahlen die Nebel teilen
Tautropfen weithin im Sonnenlicht blitzen
wie kostbare Perlen auf Spinnfäden sitzen
Doch schnell enteilt sie die frühe Pracht
die Wolken nun ziehn und der Himmel lacht
in dem Forst jetzt aber ein anderer Klang,
aus gefiederten Kehlchen der Jubelgesang.