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Diggi, ein Hochwasseropfer
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1.
Ein Forsthaus ist es, verträumt und alt,
zwar nicht in der Wildnis, doch nahe am Wald,
hier findet es statt unser glückliches Leben,
das besonders auch die Tiere uns geben
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3.
Weit unten, am fernen Donaustrand
stand Hochwasser über dem ganzen Land,
ein Dachsbau war davon auch bedroht,
die Dächsin, die Mutter in großer Not
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2.
Ein Gast der ganz besonderen Art,
kam Ostern ins Haus, er war noch ganz zart,
von ihm sei hier ein wenig berichtet,
mit einigen Bildern die davon belichtet
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4.
Die Jungen noch klein, sie mußten fort
und sie trug sie an einen sicheren Ort.
doch eins sie verlor, es nicht mehr fand
das Wasser stand schon am Waldesrand.
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5.
Die Augen noch zu, das Haar spärlich dünn
klein Grimbarts Leben am Faden nur hing,
doch Stunden danach, er war fast tot,
kamen helfende Hände in größter Not
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6.
Kinder entdeckten das leblose Wesen
und ein Tierarzt half, damit es genesen,
bei ihm blieb der Dachs, bis wieder gesund,
dann kam uns zu Ohren die bittende Kund
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8.
Doch war´s eine Sie, man kann sich mal irren
so wurde es Diggi, nach mancherlei Wirren,
es ist uns nicht fremd mit Dachsen zu leben,
schon mancher war hier, bis Freiheit gegeben
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7.
Man suchte für Grimbart ein neues zu Haus,
bis ganz er erwachsen und dann wieder raus,
so kam ins Forsthaus der kleine Dachs,
es war gerade Ostern und wir nannten ihn Max
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9.
Doch stets waren´s zwei, der Pfleglinge klein,
die artgerecht wuchsen, es muß auch so sein,
denn später im Wald, nur auf sich gestellt,
müssen sie sich behaupten in eigener Welt
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10.
Als Dachs ist Diggi allein nun im Haus,
aber später, wenn groß, soll sie wieder hinaus,
nur, Grimbart liebt Spiel und Familienleben
doch da sie allein, können wir das nur geben
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11.
So schließt sie sich erstmal dem Menschen an
und später im Wald, ob allein sie´s noch kann?
wir werden´s versuchen, es ist unser Streben,
wenn nicht, wird sie weiter bei uns leben
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13.
Das Körbchen ,bald reicht es nicht mehr aus,
sie versucht nun zu klettern, will eben raus,
der Lauf noch staksig, die Beinchen krumm,
nur langsam geht`s vorwärts, fällt häufig um
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12.
Die ersten Wochen, noch herrscht jetzt Ruh,
denn wenn sie im Körbchen, dann müde im Nu,
doch oft nach dem Fläschchen, sie trinkt es warm,
schläft sie gleich ein, auf Mutti´s Arm.
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14.
Vier Artgenossen , alle sehr stumm,
in Reih und Glied stehn sie herum,
Familiensinn den Dachs jetzt packt,
sucht mit der Gruppe schnell Kontakt
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15.
Sie schnuppert lang an ihnen rum,
aus Stoff sind sie, das ist doch dumm,
zwar Kopfes Farben gleich, wie sie,
doch dächsisch riechen tun die nie.
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17.
Im Zimmer nun, fast jeden Ort,
sucht Diggi auf und ist dann fort,
hört man sie plötzlich keckernd schrei ´n,
dann muß sie wohl in Nöten sein
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16.
Die Quinze, ein Jagdhund, von edlen Geblüt,
in Diggi wohl nicht etwas jagdbares sieht,
doch sagt ihr Blick: muß es denn sein,
das komische Etwas in meinem Heim?
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18.
Fest steckte sie dort, tief unterm Schrank,
bewegbar ist er - Gott sei dank,
doch schaukelnd an Gardinen klammernd,
dann ist`s die Hausfrau, die laut jammert
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19.
Die Neugier, die Krallen, es bleibt nicht aus,
es geht viel kaputt, der Dachs muß jetzt raus,
doch Diggi hat´s nicht schlecht getroffen,
Gehege und Kammern, am Tage stets offen
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21.
So manches Stück kam dabei zu Schaden,
erzürnte die Hausfrau, ihr wurde geraten,
wenn höher sie hängt, kann nichts geschehen,
und Diggi sie kam, nun wir werden ja sehen
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22.
Darunter stehend, nach oben der Blick,
es hängt jetzt zu hoch, welch Hausfrauenglück,
doch plötzlich der Sprung, es gelingt ihr zu fassen,
erstaunlich die Leistung bei Grimbart´s Massen
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20.
Das Grundstück groß, jetzt geht es ran,
denn Diggi nun zeigt, was alles sie kann,
die flatternde Wäsche, welch Freude ist das,
sich schaukeln zu lassen, auch wenn sie noch naß.
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23.
Die Hühner besuchen, ist jetzt wohl ihr Ziel,
es sind nur ein paar, also gar nicht so viel,
sie sind nicht mehr da, sind also nicht dumm,
den Stall längst verlassen, sie wissen warum
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25.
Wohl nicht um zu morden, sicherlich,
gleichwohl, auch ihr Spiel ist fürchterlich,
so treibt sie jetzt oft die tollsten Sachen,
wir müssen ständig über sie wachen
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24.
Die Ohren des Dachses, sie sind sehr klein,
doch besonders empfindlich, hören ganz fein,
so prüft Diggi schnell wo die Hühner sind,
um dazwischen zu fahren, schnell wie der Wind
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26.
Aus Holz ist dieser kleine Zaun,
ein Hindernis? für Diggi kaum,
von dort kommt ein Geruch herüber,
besonders reizvoll, also schnell drüber.
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27.
In Frieden darin der Schildkröten vier,
es wird nun anders, denn Diggi ist hier,
zurück ins Gehäuse sie ziehen sich alle,
vielleicht hilft da umdrehen mit langer Kralle
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29.
Auch manches andre wicht´ge Stück,
er trägt es fort, bringt`s nicht zurück,
doch keinen Grund uns aufzuregen,
denn alles liegt in den Gehegen.
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28.
Sitz ich mal schreibend still im Garten,
der Dachs sieht zu, kann lange warten,
er scheint sich auch zu interessieren,
dann ganz schnell weg, mit den Papieren
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30.
Selbst die Sandalen, groß und schwer,
schleppt Grimbart langsam vor sich her,
doch maullich leicht das Handy liegt,
dann läuft er schnell, man ihn nicht kriegt
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32.
Genug getan und ist`s sehr heiß,
dann auch der Dachs die Lösung weiß,
ein kühles Bad, das bringt Genuß,
löst auch den Schmutz, der runter muß
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31.
Nicht immer tut er´s ohne Sinn,
wird mal gejätet, flott geht`s hin,
beginnt zu graben, doch mit Ziel
den Regenwürmer, frißt er viel
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33.
Er ist`s jetzt leid der Streiche viel,
nur mit der Quinze noch ein Spiel.
die trägt das Bällchen schon herbei,
es quitscht, das lieben alle zwei
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35.
Spielzeuge viel die beiden haben,
hat sie der Hund nicht grad vergraben,
nicht aber dieses Krokodil,
das jeder immer haben will
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34.
Zuvor, er scheint es nicht vergessen,
den Hund zu prüfen, was gefressen,
am Bart von Quinze stellt er`s fest,
vielleicht hängt drin ein kleiner Rest.
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36.
Viel wert man auf Hygiene legt,
und jetzt der Dachs auch Quinze pflegt,
in´s Ohr die Nase, mit bedacht,
das gründlich sauber die Zunge macht
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37.
Zum trinken zieht man sich zurück,
von hinten beide, verschiedener Blick,
beim Kleinen ist überhaupt nichts zu sehen,.
und bei dem Großen? der läßt sich gehen
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38.
Um fit zu sein für´s spätere Leben,
wir Diggi im Wald viel Gelegenheit geben,
sich nachts zu ernähren, nur das ist richtig,
doch unsere Nähe, ist ihr immer wichtig
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39.
Nicht unzertrennlich, doch friedlich das Paar,
es wird nicht so bleiben im kommenden Jahr,
denn lebt sie im Wald, langsam scheu wird sie dann,
ihren Bau, leise winselnd, zeigt Quinze uns an
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40.
Nun ist wieder Ostern, so lang ist sie da,
wie wird es wohl werden, ihr zweites Jahr?
zurück in die Wildbahn, wir wünschen es sehr,
doch von Diggi zu trennen, fällt sicher uns schwer.
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[Actaeon´s Gedichte] |
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