![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| [Startseite] | [Erlebnisse] | [Bildergeschichten, nicht nur für Kinder] | [Actaeon´s Gedichte] | [Wissenswertes] | [Links] | [Kontakt] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
|
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Hasenkinder, allein aber nicht verlassen |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Auf Wiesen und Feldern sieht man häufig wieder den Feldhasen. Und so gibt es jetzt auch mehr Hasenkinder. Dreimal kann eine Häsin im Jahr Junge bekommen. Sie sucht dafür einen Platz der trocken und geschützt ist. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Ein Nest aber baut sie nicht. Ein bis drei Junge bringt sie jedesmal zur Welt. Sie sind schon dicht behaart und können gleich sehen und hören. Nach der Geburt verläßt aber die Häsin sofort wieder ihre Jungen. Meist kommt sie erst in den Abendstunden wieder zurück, doch nur um sie ganz kurz zu säugen. Dann läßt sie die Jungen wieder für viele Stunden allein. Drei Wochen bekommen die jungen Häschen ihre Muttermilch. Bis auf diese kurze Zeit des säugens, sind sie also immer allein. Schon bald nach der Geburt, können sie sich selbst einige Meter fortbewegen. Die Häsin ist keine so gute Mutter und zeigt auch wenig Fürsorge. Doch sie ist trotzdem immer irgendwo in der Nähe ihrer Kinder. Das sollte man wissen, wenn man so ein scheinbar einsames Hasenkind finden sollte. Es ist zwar allein, aber von der Häsin nicht verlassen. Manchmal aber ist es gut, wenn wir helfen können. Und davon erzählt nun die folgende, kleine Geschichte. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Es ist März. Noch liegen überall kleine Reste von Schnee. Doch die Häsin, die hier schon viele Jahre wohnt, hat schon Besuch bekommen. Es sind zwei Männchen, (rechts im Bild). Beide möchten mit ihr Hochzeit machen. Aber nur für einen wird sich die Häsin entscheiden. Die Männchen müssen lange warten, den die Häsin läßt sich für die Wahl sehr viel Zeit. Hat sie endlich den richtigen Partner, wird es in sechs Wochen vielleicht kleine Hasenkinder geben. Nach der Hasenhochzeit sah ich noch oft die Häsin, über die Wiese hoppeln, um nach saftigen Gräsern zu suchen. Manchmal habe ich sie auch beim ruhen überrascht. Ganz flach hat sie sich in ihrem Lager gemacht, man sagt auch, der Hase liegt in seiner Sasse. Von weitem sah sie dabei wie ein Maulwurfhaufen aus. Je näher ich kam, um so mehr duckte sie sich. Die großen Ohren, die Löffel, hatte sie ganz flach am Körper angelegt. |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Erst als ich sehr nah war, oft keine zwei Meter, sprang sie schnell auf und verschwand mit weiten Sprüngen im Wald. Vielleicht würde ich auch einmal ihre Kinder sehen, die sie nun ja bald bekommen müßte. Doch dann, Anfang Mai, kam ein trauriger Tag. Ich sah die Häsin auf der Straße liegen, tot, überfahren von einem Auto. Das Schlimme war auch, das sie jetzt Junge hatte, die von ihr noch gesäugt wurden. An ihren Zitzen war das gut erkennbar. Im Wald wollte ich sie begraben. Dann nahm ich sie doch zum Fuchsbau mit. Vier kleine Rotröcke wuchsen dort heran. Ihre Eltern mußten jetzt viel heranschaffen, um sie richtig satt zu bekommen. Auch Fridolin, unseren Hahn haben sie eines Nachts geholt. Also, doch besser die tote Häsin dachte ich, als noch eins von unseren lieben Hühnern. Viele Stunden habe ich bereits, als stiller Beobachter, am Fuchsbau gesessen. So war ich für die kleinen Rotröcke schon ein recht vertrauter Besuch. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Nur ließen sie mich nie zu nahe kommen. Denn dann verschwanden sie schnell im Bau. Immer wurde mein Kommen misstrauisch, aber auch neugierig beäugt. Besonders heute. Denn längst hatte man gesehen, das ich da etwas Großes in der Hand trug. Nur wenige Schritte vom Bau legte ich die Häsin ab. Lange würde ich nicht warten müssen, bis sich einer der kleinen Füchse für den Hasen interessierte. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Selbst wenn sie keinen Hunger haben, ihre Neugier ist riesengroß.Und so war es auch. Gleich näherte sich einer der Füchse. Vorsichtig, Schritt für Schritt. Jetzt berührte er mit der Nase mal da, mal dort, von allen Seiten, ganz behutsam das | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hasenfell. Es schien interessant. Denn plötzlich packte er zu und versuchte den Hasen fortzutragen. Doch zu schwer für den kleinen Rotrock, denn so ein ausgewachsener Hase kann schon über drei Kilogramm wiegen. Er probierte es am anderen Hasenende neben dem schwarz/weißen Hasenschwänzchen. Aber auch hier ließ er sich nur anheben, tragen ging nicht. Einige Male versucht er es noch, dann ließ er es sein. Doch Reineke wollte den Hasen unbedingt woanders hinschaffen. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| So zog er ihn, rückwärtsgehend, einfach hinter sich her. Aber auch das war garnicht so einfach. Schließlich hatte er es doch geschafft und verschwand mit der Beute im Bau. Alle drei Geschwister flink hinterher. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Auf dem Heimweg vom Fuchsbau, war ich mit meinen Gedanken noch lange bei der toten Häsin und den nun verwaisten Jungen. Sie waren unbedingt noch auf die recht fettreiche Milch der Häsin angewiesen, müßten also jetzt verhungern. So groß wie eine Menschenfaust, lagen sie irgendwo im Wohngebiet der Häsin. Das war etwa so groß, wie sechs Fußballfelder. So kleine Häschen zu finden, kann aber nur ein ganz großer Zufall sein. Am nächsten Tag war ich mit Akki und ihrem Freund Atti, (rechts im Bild), unterwegs. Beide Hunde sind sehr gehorsam und dürfen deshalb oft frei laufen, auch heute. An der Feldhecke große Aufregung der beiden. Bellend melden sie dort irgend einen, für sie interessanten Fund. Und was war es? Zwei kleine, etwa drei Tage alte Häschen. Kein Zweifel, das waren die Jungen meiner Häsin. Sie lagen nur wenige Meter auseinander. Eins war bereits tot. Das andere auf der Seite liegend, völlig aphatisch, die Augen zu, aber es lebte noch. Schnell ging es mit dem noch warmen, kleinen Leben auf den Heimweg. Die Hunde aufgeregt hinterher. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Im Forsthaus hatte man bereits alles nötige vorbereitet und die Welpenmilch angesetzt. Mit ihr haben wir schon manches Jungtier erfolgreich aufgezogen. Die Pipette mit Gummisauger wurde gefüllt und ans Mäulchen gehalten. Natürlich reagierte das Häschen nicht, es war auch viel zu schwach. Behutsam öffneten wir sein Maul und drückten die Milch tröpfchenweise ein. Immer in größeren Abständen und mit unendlich viel Geduld. Welche Freude, als der kleine Hase schon am übernächsten Tag von ganz allein, die kleine Milchmahlzeit aus der Pipette saugte. Er bekam sie mehrmals am Tage. Am vierten Tag war er schon recht unternehmungslustig auf seinen kleinen Läufen. Ständig suchte er auch die Nähe unserer Dackelhündin Akki. Es wurde ein fast unzertrennliches Paar. Nach einer Woche nahmen wir den kleinen Hasen viel mit hinaus. Er sollte ja auch natürliche Nahrung kennenlernen. Während Akki auf Suche nach Feldmäusen ihre Erdhöhlen aufgrub, machte sich der kleine Hase mit einzelnen, wohlschmeckenden Gräsern vertraut. Er blieb aber immer nur in Nähe der Erdarbeiten vom Dackel. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Bisher hatte Häschen eine eigene große Kiste, in die er nachts zum schlafen hineingesetzt wurde. Doch bald schien er sich darin nicht mehr wohlzufühlen, was er , zunehmend zu nächtlicher Stunde, durch lautes trommeln und kratzen mit seinen Vorderläufen kundtat. So durfte er dann auch sein Nachtlager nach eigener Wahl bestimmen. Und das war, wir hatten schon den Verdacht, das Hundekörbchen, aber nur mit Hund. Anfangs war das Akki garnicht recht, denn er mußte dabei so manche unannehmlichkeiten in Kauf nehmen. Der Hund wurde für seine Gastfreundschaft aber viel gelobt und bekam so manchen zusätzlichen Leckerbissen. Das war für Akki wohl grund genug , den kleinen Hasen nun zum gemeinsamen Nachtschlaf im Körbchen zu dulden. Es wurden daraus immerhin noch mehr als drei Wochen. Manches Ärgernis mußte Akki dabei aber schon in kauf nehmen. Am Tag, wenn Akki nicht im Körbchen lag, war auch Mümmelmann nicht drin. Sobald sich der Hund, nach anstrengenden Reviergang aber zum verdienten Schlaf hingelegt hatte, kam sofort auch der Hase zu ihm. Aber nicht etwa um auch zu schlafen. Denn er brachte immer das mit, womit er gerade beschäftigt war. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Hier, ein großer Salatstengel, den er laut schnurbsebnd weiterfraß. Nicht gerade einschlafend für den müden Hund, wie man oben im Bild sieht. Irgendwann war der Salatstengel ,Gott sei Dank, zu ende und Akki fand endlich seine Ruhe. Die große Vertrautheit zeigte der Hase nur dem Dackel gegenüber und natürlich auch uns. Kamen andere Hunde, hoppelte er schnell weg und ließ sich lange nicht mehr sehen. Selbst wenn Atti, Akkis Freund kam, der ja die Häschen mit entdeckt hatte, verschwandt der kleine Hase. Auch fremden Menschen gegenüber war er sehr scheu. Das war auch gut so. Schließlich sollte er ja später wieder zurück, in seinen natürlichen Lebensraum, die freie Wildbahn. Draußen im Garten und Wald suchte Häschen nun schon selbst einen großen Teil seiner Nahrung. Er hoppelte dabei aber immer nur dem Dackel hinterher,der natürlich ganz andere Interessen hatte. Manchmal schien der Hase auch richtig lustig. Schnell sprang er einige Meter durchs hohe Gras und machte dabei kleine Luftsprünge. Dann wieder lief er mit knurrenden Lauten zu Akki, die gerade mit ausgraben von Feldmäusen beschäftigt war. Doch der Hund reagierte kaum auf diese rein spielerischen Angriffe des kleinen Hasen, er wußte ja wie die gemeint war. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Die Hauptnahrung des kleinen Hasen, bestand aber noch immeraus der Welpenmilch. Denn auch die Häsin säugt ihre Jungen, wie wir ja bereits wissen, drei Wochen lang. Ein Fläschchen war dafür nun aber nicht mehr nötig. Er nahm die Milch jetzt leckend vom Teller auf und ließ sich dabei recht viel Zeit. Als er noch die Flasche bekam, hatte er viel schneller die Milch herausgesaugt. Ein sehr interessantes Verhalten, das mit dem natürlichen Säugen durch die Häsin, draußen im Revier, zusammenhängt. Die Häsin bleibt ja immer nur ein paar Minuten bei den Jungen um sie zu säugen. Die müssen sich also beim trinken sehr beeilen, um in dieser kurzen Zeit auch genügend Milch aufzunehmen. Denn erst in vierundzwanzig Stunden kommt die Mutter wieder zu den Jungen. Für unseren kleinen Hasen bedeutete der Sauger an der Flasche, gleich die Zitze von der Häsin, deshalb auch seine große Eile beim trinken. Das war nun am Teller nicht mehr nötig. | ![]() |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Draußen ist es die Häsin, auf die die hungrigen Jungen ungeduldig warten. Bei unserem Häschen ist es der Teller. Sobald der Hase sieht, das jemand mit dem Teller herumläuft, folgt er hoppelnd überall mit hin. Bleibt man stehen , macht er Männchen und stützt sich dabei mit seinen Vorderläufen am Bein ab. Dabei bewegt sich seine Nasenspitze schnell auf und nieder. Er kennt ja den Teller und versucht nun, den begehrten Milchduft einzufangen. Liegen Akki und Häschen ruhend im Körbchen und wird der Teller, ungesehen von beiden, leise abgestellt, sind sie plötzlich hellwach. Denn auch Akki fühlt sich, als vorbildlicher Gastgeber, zu dieser kleinen Mahlzeit eingeladen und verläßt dann oft als erster das Körbchen. Häschen, noch etwas schlaftrunken, aber schnell hinterher. Es war immer ein völlig friedfertiges Nebeneinander am Teller. Er mußte natürlich mehrmals hintereinander gefüllt werden, da Häschen sonst, mit seinen bedächtigen lecken, nie satt geworden wäre. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Über vier Wochen war der kleine Hase unser Gast. Quiklebendig, gut genährt und mit unwiederstehlichen Tatendrang, beendete er, mitte Juni, das Forsthausleben und zog wieder hinaus in die freie Wildbahn. Nicht da wo wir ihn gefunden hatten, wurde er wieder ausgesetzt. Weit weg von der Landstraße, im inneren des Reviers, boten wir ihm ein neues zu Hause an. Es ist ein von Feldhasen besonders bevorzugter Teil des Reviers. Oft waren wir in den vergangenen Wochen mit ihm schon hier draußen. Es war ihm also nicht ganz fremd, auch wenn er nur wenig während der kleinen Ausflüge davon kennengelernt hatte. Als ob der kleine Kerl es geahnt hat,das er nun allein zu recht kommen muß. Denn länger als sonst blieb er im Körbchen sitzen, fast zehn Minuten lang. Dann hüpfte er raus und suchte in gewohnter Weise, nach einzelnen schmackhaften Gräsern und Blättern. Akki hatten wir wohlweislich auf einen in der Nähe stehenden Holzstoß deponiert, denn Mümmel sollte sich ja jetzt alleine orientieren. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Auch hier war viel Geduld von Nöten, denn nur langsam entfernte sich der Hase. Lange blieben wir noch sitzen, aber er kam nicht wieder zurück. Eine ganze Woche lang, beobachteten wir in den Morgenstunden, von gleicher Stelle aus, das Hasenrevier. Der kleine Hase aber suchte zu uns keinen Kontakt mehr. Doch wir sahen, wo die Wiese weniger hochstand, immer einige ausgewachsene und etwas kleinere Feldhasen. Sicher war unser kleiner Gast auch dabei. Vielleicht hatte Akki, unser ständiger Begleiter, von hoher Warte ihn ja sogar erkannt. Damit nahm unser kleines Erlebnis ein gutes Ende, das wir unserer Dackelhündin Akki und ihrem Freund Atti zu verdanken habe. | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
![]() |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| [Erlebnisse] | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||