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Gefahr im Dachsbau
(Anmerkung: die folgenden Schilderungen über Dachse und Hunde während der Baujagd unter der Erde, sind keine Erfindungen von Actaeon. Sie beruhen auf Darstellungen in Fachbüchern und Zeitungsberichten zur Baujagd, die von den Baujägern selbst verfasst wurden. Auch aktuelle Berichte und Fotos von der „erlegten Beute“ der Baujäger, die im Internet in ihren Foren veröffentlicht sind, wurden sinngemäß in diese Bildergeschichte mit herangezogen. Nicht zuletzt aber auch die eigenen Erfahrungen zum Verhalten der Dachse, die Actaeon über viele Jahre an aufgezogenen und ausgewilderten Dachsen beobachten konnte. Bild 12 und 13 sind einem Film entnommen, Bild 23 ein Foto. Alle anderen Bilder sind Fotomontagen.)
Der Tag ist nicht mehr weit, als Bilbo am Morgen in seinem Bau wieder verschwindet. Aber er war heute Nacht sehr weit im Revier unterwegs und da hat er sich auf dem Heimweg eben etwas verspätet. Vor ein paar Monaten ist er vom kleinen Nebenbau am Lärcheck, in diesen großen, alten Bau im Hexentanzwald umgezogen.
Bevor er sich zur Tagesruhe hinlegen kann, muss er sich aber noch einigen der kleinen Plagegeister entledigen. Die fühlen sich in seinem dichten Pelz besonders wohl. Auch am Bauch krabbeln sie herum. Die bekommt der Dachs am besten sitzend, so ganz nach Bärenart. Überhaupt benimmt sich Bilbo oft wie ein Bär. Deshalb hat man früher auch gedacht, dass Dachse kleine Bären sind. Aber heute wissen wir, dass sie zur Familie der Marder gehören.
Bilbo hat sich in seiner Höhle nun bequem gemacht und schläft. Aber nicht so fest, er ruht nur. Dabei fällt er aber immer mal wieder für ganz kurze Zeit in einen richtig tiefen Schlaf. Da hört und riecht er auch nichts, was um ihn herumpassiert. So bleibt ihm erst mal verborgen, das sich über seinem Bau, großes Unheil ankündigt. Drei Hobbyjäger, so genannte Baujäger, sind mit ihren Hunden hier aufgetaucht. Sie haben ihnen in der Ausbildung eingetrichtert, dass Dachse und Füchse ihre Erzfeinde sind und ihnen gelernt, wie sie gegen diese vorgehen müssen. Heute soll Bilbo das Opfer sein, entweder tot oder als lebende Beute. Die Jäger kontrollieren nun, wo der Bau von Bilbo überall Ausgänge hat und welche von ihm hauptsächlich benutzt werden.
In Nähe dieser Ausgänge stellen sich nun zwei der Baujäger an. Sie werden Bilbo erschießen, wenn er dort herauskommen sollte. Der dritte Jäger schickt seinen Hund in eine der Erdröhren. Es ist ein Jack Russel Terrier. Er ist nicht sehr groß und kann sich deshalb in den Erdgängen auch schnell fortbewegen. Ihn haben die Baujäger so abgerichtet, dass er mit dem Dachs kämpfen kann. Er darf aber auch den Dachs, der sich gerade in einer seiner Höhlen versteckt hat, dort nicht mehr herauslassen, bis die Jäger diese Höhle aufgegraben haben. Jetzt hat Bilbo verdächtige Geräusche wahrgenommen und seine Schlafhöhle verlassen. Noch ahnt er nichts von der Gefahr. Er ist noch jung, unerfahren, aber neugierig.
Doch bald spürt er, da ist etwas Bedrohliches. Weit zieht er sich in seinen großen Bau zurück. Auf keinen Fall wird er ihn aber bei Tageslicht verlassen. Der erfahrene Terrier hat Bilbo aber bald aufgespürt und stellt sich ihm in den Weg. Er ist von den Baujägern besonders scharf auf Dachse abgerichtet. Er versucht, Bilbo im Kopf-oder Halsbereich zu fassen. Überrascht vom plötzlichen Angriff, setzt der sich aber nicht zur Wehr, sondern senkt tief den Kopf. So bleibt sein Hals – und Brustbereich vor den Hundebissen ein wenig geschützt.
Bedrängt durch die ständigen Angriffe des Hundes, versucht Bilbo sich durch Flucht, den weiteren Angriffen zu entziehen. Doch der Terrier bleibt hartnäckig an seiner Seite. Seine Aufgabe ist ja, wie vom Baujäger eingetrichtert, den „Erzfeind“ lebend oder tot zur Strecke zu bringen. Sein Versuch Bilbo im Genick hinter den Kopf zu fassen, gelingt nicht, das wäre auch fast das Ende für den Dachs. Diesen Genickbiss durfte der Terrier ja oft genug, an lebenden, gefangenen Dachsen und Füchsen in Gehegen bereits üben.
In einer seiner Erdhöhlen findet Bilbo Schutz vor den pausenlos angreifenden Terrier. Der steht vor der Höhle und versucht immer wieder an Bilbo heranzukommen. Ist der Hund dem Höhleneingang zu nahe, stößt Bilbo schnell mit dem Kopf heraus und der Hund springt rasch zurück. Eine ganze Zeit geht das so, bis Bilbo die Geduld verliert. Er beginnt aus der Höhle heraus, schnell eine neue Röhre zu graben, um in einen ferneren Teil seines Baus auszuweichen. Der Terrier versucht zu folgen. Doch fliegt ihm fortwährend lose Erde entgegen, die Bilbo beim Graben nach hinten schleudert. Um den Dachs zu folgen, muss sich der Hund durch diese Erde erst hindurcharbeiten. Doch es wird immer mehr davon, denn Bilbo ist ein viel schnellerer Erdgräber.
Vor und hinter dem Hund türmt sich die lose Erde bereits auf. Die Röhre schließt sich nach beiden Seiten immer mehr. Bald ist sie ganz zu und auch enger geworden. Der Terrier sitzt fest in einem geschlossenen kleinen Hohlraum. Vergeblich versucht er, sich freizugraben. Aber geschwächt von den vorausgegangenen Erdarbeiten und der dünner werdenden Luft, lassen seine Kräfte langsam nach. Er beginnt zu klagen, doch werden seine Laute immer leiser. Die Baujäger oben hören sein wimmern. Jetzt wissen sie, dass ihr Hund in großer Not ist. Sie beginnen schnell nach ihm zu graben.
Bilbo hat sich durch die Fluchtröhre längst in einen anderen Bereich seines weiten Baus abgesetzt. Er ist wohlauf, doch sehr schläfrig. Viel zu aufgeregt aber, um seine Tagesruhe in einer anderen Höhle fortzusetzen. Auch ist durch die grabenden Jäger ja noch große Unruhe unter der Erde. Doch seinen weiträumigen Bau verlässt er keinesfalls bei Tageslicht.
Schnell müssen die Baujäger arbeiten, um ihren Hund noch helfen zu können. Doch die Erde ist steinig und hart. Auch wissen sie nicht, wo das klägliche Winseln von unten genau herkommt. Als sie ihn nach Stunden endlich finden, ist der Terrier bereits kalt und steif. In dem nur kleinen Hohlraum ist er qualvoll erstickt. Er hat, wie auch viele andere seiner Artgenossen, die Besessenheit der Hobbyjäger, mit seinem Leben bezahlen müssen.
Nach dem gefährlichen Erlebnis ist Bilbo, in der folgenden Nacht wieder in den kleinen Nebenbau am Lärcheck umgezogen. Doch nur für einige Tage, dann ist er zurück in den alten Bau. Trotz Hundeangriff und teilweiser Aufgrabung von dem Bau fühlt er sich hier in den langen Erdröhren und vielen Höhlen, bedeutend sicherer. Doch besondere Vorsicht ist jetzt geboten. Bevor er abends den Bau verlässt, prüft er lange, ob der Wind ihm auch nichts Verdächtiges zuträgt. Oft wechselt er dabei auch die Erdröhren, die an verschiedenen Stellen des großen Baus nach außen führen.
Auch während der Streifzüge im nächtlichen Revier kommt es für Bilbo oft zu aufregenden Begegnungen. Aber die sind natürlich, sie gehören ganz einfach mit zu seinem Leben. Es ist der männliche Reviernachbar (rechts), den er hier getroffen hat. Ihre Reviere liegen nebeneinander. Man kennt sich und lebt die meiste Zeit im Jahr auch in guter Nachbarschaft. Er ist schon einige Jahre älter als Bilbo und hat, wie die Spuren an seinem Kopf zeigen, sicher so manche Auseinandersetzung mit anderen Artgenossen hinter sich. Im Moosholz, einen großen Wald mit Buchen und Fichten, bewohnt dieser Dachs mit seiner Partnerin, den schon viele Jahre alten Hangbau.
Nur wegen dem Verlauf ihrer Reviergrenzen gibt es, in den Paarungszeiten manchmal Unstimmigkeiten, die in sehr heftigen, ernsten Kämpfen ausarten. Anfangs war der Nachbar immer der Angreifer und Bilbo der Verlierer. Doch Bilbo hat dazu gelernt und ist jetzt ein gleichwertiger Gegner. Sollte ihn wieder einmal ein Hund in seinem Bau bedrohen, dann wird er diese Kampferfahrungen nutzen und sich auf gleiche Art gegen ihn verteidigen. Niemand hat das Recht ihn in seinem Bau zu stören am wenigsten die Hunde der Baujäger. Es ist ja sein einziger Ort, der ihm Geborgenheit, Sicherheit und Schutz bietet.
In den letzten Nächten haben Bilbo´s Nachbarn in ihrem Hangbau damit begonnen, eine ihrer Höhlen, für die kommende Winterruhe vorzubereiten. Das alte Nestmaterial haben sie nach oben geschafft und vor der Einfahrt abgelegt. Die Hobbyjäger, wieder auf Suche für ihr grausames Handwerk, sind dadurch auf diesen Bau aufmerksam geworden. Schon am frühen Morgen sind sie da. Diesmal in größerer Zahl und mit mehreren Hunden. Denn die unterirdischen Erdröhren und Höhlen des Hangbau´s, dehnen sich über eine riesige Fläche aus, bald so groß wie ein halbes Fußballfeld. Alle nötigen Vorbereitungen der Baujäger sind getroffen, die rücksichtslose Jagd kann beginnen. Zwei Hunde werden gleichzeitig in den Bau dirigiert, jeder aber in eine andere Erdröhre. Diese liegen weit auseinander.
Lange Zeit ist es still, keine Geräusche unten im Bau. Plötzlich das Kurze, hohe bellen eines Hundes. Dann wieder Ruhe. Dumpfes Gepolter auf einmal, jetzt aber an anderer Stelle. Dazwischen tierische Droh- und Schmerzlaute, die Hunde haben den Dachs gestellt. Ein heftiger Kampf tobt jetzt in den engen Erdröhren oder Höhlen. Über Stunden zieht er sich hin. Ein Hund kommt aus dem Bau, schwer verletzt am Kopf. Er wird durch einen ausgeruhten, frischen Hund ersetzt. Der Kampf dauert an. Dann wird es leiser im Bau. Der Dachs ist geschwächt, er kann sich nicht mehr erfolgreich gegen zwei Hunde wehren. Fest hält ihn ein Hund an der Kehle. Langsam zieht er ihn, rückwärts zum Ausgang der Erdröhre. Dort hilft ein Baujäger nach, packt die Hinterpfoten des Hundes und zieht ihn mit dem daran hängenden Dachs heraus. Der Hund gibt den Dachs frei. Es ist die noch jüngere Dächsin von Bilbo´s Reviernachbar. Ihre Bewegungen sind langsam, ziellos, wie betäubt lässt sie den Kopf hängen. Ein Schuss des Baujägers erlöst sie endlich von ihrer Qual. Die Dächsin, noch unerfahren in solcher Situation, war den drei routinierten, scharfen Hunden auf Dauer nicht gewachsen. Tiefe Bisswunden am Kopf und Hals von Dachs und Hund zeigen, was für schreckliche Kämpfe über lange Zeit unten im Bau, tatsächlich stattgefunden haben.
Jäger und Hunde haben, im wahrsten Sinne des Wortes, nun erst recht „Blut geleckt“. Vielleicht sitzt ja noch ein Dachs drin. Zwei frische Hunde dringen wieder in den Bau. Schon in ihrer Ausbildung wurde ihnen eingetrichtert, was sie tun müssen, um ihren Erzfeind Dachs zur Strecke zu bringen, egal wie. Noch ist von unten nichts zu hören, lautlos suchen die Hunde. Plötzlich, mehrmals kurzes rumpeln, immer an anderer Stelle des unterirdischen Bau`s. Dazwischen leises jaulen und knurrendes brummen. Die Hunde haben das Dachsmännchen in einer der Erdröhren oder Höhlen ausfindig gemacht. Zu Beginn ist der Dachs mehr auf Abwehr bedacht. Doch dann greift er selbst die Hunde an. Jetzt kommen dem Dachs die Erfahrungen zugute, die er bei vielen Revierkämpfen mit anderen männlichen Artgenossen gesammelt hat. Er packt mit dem Gebiss viel kräftiger zu als die Hunde und hält auch einige Zeit schüttelnd an ihnen fest. Da haben selbst die auf Schärfe abgerichteten Terriers wenig Chancen. Kehle und Bauch reißt er einen Hund so weit auf, dass dieser noch an Ort und Stelle verblutet. So finden ihn die Baujäger, als sie später den Kampfplatz frei gegraben haben. Nur leichte Verletzungen erleidet der andere Hund, aber verschmutzt, wie in nasser Erde gerollt. Der Dachs aber hat sich längst in einen anderen Teil des weitverzweigten Hangbaues zurückgezogen. Doch ihn wollen die Hobbyjäger jetzt erst recht erbeuten.
Der letzte noch frische Terrier, den die Baujäger dabei haben, wird in den Bau geschickt. Nach längeren Suchen entdeckt er den Dachs beim Graben. Dieser Hund ist aber nicht so angriffslustig wie seine Vorgänger, seine Aufgabe ist eine andere. Er schnappt nur kurz in das Hinterteil des Dachses. Der fühlt sich bedroht und unterbricht seine Arbeit um den Störenfried abzuschrecken. Dann gräbt er schnell weiter. Gleich darauf packt der Hund wieder zu und Grimbart dreht sich erneut zu ihm herum. So geht es ständig hin und her. Der Dachs kommt mit graben seiner Röhre nur langsam voran, arbeitet fast noch an gleicher Stelle. Und das will der Hund mit seinen kurzen Attacken auch erreichen. So haben die Hobbyjäger es ihm beigebracht.
Wenn der Dachs sich drohend zu ihm herumdreht, springt der Hund bellend schnell zurück. Durch diese Laute wissen aber die oben wartenden Baujäger, wo sich Hund und Dachs unten gerade aufhalten. Sie beginnen an dieser Stelle mit Hacke und Spaten, in großer Eile, einen Schacht aus zu heben, um an die beiden heranzukommen. Durch den dauernd störenden Hund kann der Dachs in seiner neuen Erdröhre nicht so schnell weiter arbeiten, die grabenden Baujäger aber sind schon ganz in der Nähe.
Sie haben den Platz erreicht, der Hund hat seine Aufgabe erledigt. Vom Schacht aus sieht der Baujäger in die Erdröhre. Sie ist nicht sehr tief, aber immer noch zu lang, um gefahrlos an den Dachs heranzukommen. Der sitzt ganz am Ende und gräbt jetzt wie rasend weiter, er weiß sich bedroht. Der Baujäger will ihn lebend haben. Er schiebt einen sogenannten Andrehstab zwischen die langen Borsten des Dachses. Am Ende dieses Stabes sitzen kleine Vierkanteisen. Um diese wickeln sich nun einige dieser kräftigen Borsten, wenn der Stab langsam gedreht wird. Mit diesen Stab wird der Dachs durch die Erdröhre nach außen gezogen. Verzweifelt versucht er, sich mit den Krallen an der Erdwand festzuhalten. Nur an wenigen Borsten hängend überwindet der Baujäger diesen Widerstand des Dachses, dazu noch dessen Gewicht von etwa 16 kg. Welche Schinderei für das so gequälte Geschöpf auch bei diesen brutalen „weidmännischen Handwerk“. Aber für die Hobbyjäger gibt es eben nichts spannenderes, auch auf diese Art Beute zu machen.
Außerhalb des schützenden Erdganges muss es schnell gehen. Wild und kraftvoll versucht der Dachs sich zu befreien. Aber ein zweiter Baujäger steht mit einem weiteren, regelrechten Folterwerkzeug schon bereit. Es ist die Dachszange, die er hastig dem Opfer fest um den Hals drückt. Wenn es möglich gewesen wäre, die Zange dem Dachs bereits in der Erdröhre umzulegen, hätte man ihn auch mit ihr herausgezogen. Der Einsatz von Dachszangen ist verboten. Doch von den Hobbyjägern werden sie nach wie vor eingesetzt. “Den Schöpfer im Geschöpfe ehren“, steht häufig unter ihren Berichten, die sie sich gegenseitig austauschen. Was für ein Hohn bei der Qual des Dachses mit solchen Folterwerkzeugen.
Mit der Zange hält der Hobbyjäger den rasenden, aber wehrlosen Dachs auf sicherer Entfernung. Was mag in dem Tier vorgehen, wenn es mit diesen Folterinstrument um den Hals auch noch hoch gehoben wird? Eine Art Strangulation bis zur Betäubung. Mit dieser Zange wird der noch lebende Dachs nicht selten auch den Hunden vorgehalten. Sie sollen ihn dadurch noch mehr, für spätere Baukämpfe, als Feind erkennen. Der gefangene Dachs wird begutachtet. Zu schade dieser kräftige Rüde für die Kugel. Man wird ihn erst mal für die weitere Ausbildung ihrer Hunde lebend einsetzen.
Das Abrichten der Hunde, am lebenden, gefangenen Dachs, ist lange verboten. Aber wo kein Kläger auch kein Richter. Solche barbarischen Methoden finden noch immer im Geheimen statt. Bei diesen ungleich blutigen Gehegekämpfen sollen die Hunde lernen, gezielte Bisse anzusetzen, um den Dachs im späteren Baukampf zu schwächen oder vielleicht gar abzuwürgen. Auch bekommen sie dabei ein gesteigertes Hassgefühl auf den Dachs. Denn solange dieser noch kann, wird er sich, auch schmerzhaft für die Hunde, zur Wehr setzen. Und nach aller Pein dürfen die Hunde auch oft noch den Dachs abwürgen. Eine unendliche Qual für die geplagte Kreatur, bis sie durch ihren langsamen Tod endlich erlöst wird.
Er ist ein Allesfresser unser Dachs. Deshalb kann er sich auch gut der Nahrung anpassen, die er in den verschiedenen Jahreszeiten in größerer Menge auf seinen Streifzügen findet. Was und welche Menge er davon frisst, ist in wissenschaftlichen Arbeiten detailliert aufgeführt. Dazu hat man unendlich viele Kotproben von Dachsen untersucht, die in großer Zahl an ihren Kotplätzen zu finden sind. Auch der Verdauungstrakt von Jagd- und Straßenopfern wurde auf ihren Inhalt hin überprüft. Die Hauptnahrung ist im Frühjahr und Herbst nach wie vor der Regenwurm. In den Sommermonaten besonders die Feldmäuse, wobei er auch ganze Nester mit Jungmäusen ausgräbt. Erdnester von Hummeln und Wespen sind vor ihm ebenfalls nicht sicher. Im Spätsommer und Herbst ergänzt er seine Nahrung mit Wildfrüchten, Getreidekörnern und Mais. Und im Boden sucht er nach Käfern, Larven und anderen Kleingetier. Das tut er ganz bedächtig, oft viele Minuten an gleicher Stelle. Er ist kein Jäger, aber ein recht intensiver Sammler. Dabei macht er auch Zufallsbeute, wie Junghasen und junge Vögel die noch nicht flüchten können. Das aber ist selten. Die Meinung vieler Hobbyjäger, der Dachs sei ein großer Räuber, zeigt, wie wenig sie über ihn wissen. Manche haben überhaupt noch keinen Dachs in freier Wildbahn beobachtet, wollen aber über seine Schädlichkeit bestens Bescheid wissen. Irgendwo haben sie mal etwas darüber gelesen, vielleicht von eben solchen selbst ernannten Experten. Wer viele Jahre, unendliche Nächte wie ACTAEON ausgewilderte und wilde Dachse auf ihren Streifzügen folgen konnte und auch ihre Nahrungssuche beobachtet hat, kann für diese unsinnigen Behauptungen nur ein mitleidiges Lächeln haben. Sicher gibt es bei Grimbart, wie bei vielen anderen Tierarten auch, Spezialisten auf Beutetiere, aber das sind Ausnahmen und keiner Erwähnung wert.
Die Jagd auf den Dachs ist keinesfalls mehr gerechtfertigt. Das wird auch von vielen, mit der Materie bestens vertrauten Fachleuten befürwortet. Sollten in Maisfeldern und Weinbergen, die von den Dachsen gern aufgesucht werden, ständig große Schäden entstehen, ist dort vielleicht eine schonende, zeitlich begrenzte Jagd auf sie vertretbar. Sie muss aber auch, auf die so oft gepriesene humane Art erfolgen. Der sichere Schuss des weidgerechten Jägers vom Ansitz schickt den Dachs ohne Stress, Qual und Leiden schnell in die ewigen Jagdgründe. Auf gar keinen Fall darf dies aber den Baujägern überlassen werden. Für sie bedeutet Jagd auf Dachs und Fuchs nur den Beweis ihrer erfolgreichen,speziell für die Baujagd gedrillten Hunde zu erbringen. Der Abschuss des Dachses ist ihnen, nach eigener Schilderung, viel zu anspruchslos, um dabei Spaß zu haben. Allein das spannende Erleben mit ihren Hunden zählt. Dafür nehmen sie auch unendliches Leid aller, an der Baujagd beteiligten Vierbeiner in Kauf, selbst den Tod ihrer Hunde. Nur Geltungssucht dieser Hobbyjäger und die Leistung der Hunde bestimmt ihr ganzes Handeln. Sie plädieren sogar für eine Verlängerung der Jagdzeit auf den Dachs, nur um ihre Hunde mehr einsetzen zu können. Die Baujagd ist in jeder Hinsicht eine überaus sinnlose Tierquälerei. Unverständlich das der Deutsche Jagdschutzverband noch immer diese perverse Jagdart duldet, wo doch auch die Moral zu unseren Mitgeschöpfen bei ihm oberstes Gebot ist. Der Baujagd ist jegliche Weidgerechtigkeit abzusprechen und mit Naturschutz hat sie überhaupt nichts zu tun. Allerhöchste Zeit, dass sich auch die Politik mit dieser nicht mehr zeitgemäßen Jagdart endlich einmal befasst.